Tagesgeld oder Festgeld?

Sucht man nach einer sicheren verzinslichen Anlageform, so stößt man neben dem Tagesgeld auch schnell auf das Festgeld, welches beim derzeitigen Stand in etwa die gleiche Zinshöhe verspricht wie das Tagesgeld – zumindest bei einer gewissen Anlagedauer und genau dies ist auch der große Unterschied zwischen dem Tagesgeld und dem Festgeld. Während der Anleger beim Tagesgeld jederzeit auf seine Einlagen zugreifen kann, muss er sich beim Festgeld bereits zu Beginn für eine Laufzeit der Geldanlage entscheiden. Solche Laufzeiten sind in der Regel zwischen einem Monat und bis zu sechs Jahren frei wählbar. Wirklich lukrativ sind jedoch, zumindest derzeit, nur Anlagehorizonte im mittleren Bereich. Bei einer Anlage von nur wenigen Monaten fällt der gebotene Zins deutlich geringer aus als bei einem Tagesgeldkonto, weshalb bei derart kurzen Zeiten auch eher das Tagesgeld genutzt werden sollte. Bei einer Anlagedauer von mehr als zwei Jahren dagegen steigt für die Bank das Risiko fallender Leitzinsen, wogegen sie sich mit ebenfalls niedrigeren Festgeld Zinsen absichern muss. Die momentan höchsten Zinsen werden beim Festgeld bei einer Anlagedauer zwischen ein und zwei Jahren geboten. Hier sind dann auch Zinsen von deutlich mehr als vier Prozent im Jahr möglich. Solche Zinssätze sind momentan aber auch mit Tagesgeld möglich, weshalb sollte man sich dann überhaupt für das Festgeld entscheiden? Der Grund hierfür sind die festgeschriebenen Zinsen. Der beim Anlagebeginn gebotene Zinssatz für Festgeld gilt für die gesamte Dauer der Anlage, unabhängig vom sonstigen Marktgeschehen. Selbst wenn also die Leitzinsen während der Laufzeit stark sinken sollten, die Rendite wird davon nicht betroffen sein, die Zinsen sind für die gesamte Dauer garantiert. Beim Tagesgeld dagegen werden die beworbenen Zinsen immer nur für einen Zeitraum von einigen Monaten garantiert und können danach seitens der Bank jederzeit an das aktuelle Marktumfeld angepasst werden. Bei stark fallenden Leitzinsen nimmt also auch die Rendite des Tagesgeldkontos irgendwann ab.

Die Entscheidung ob nun Tagesgeld oder Festgeld die bessere Form der Geldanlage darstellt hängt also davon ab on man selbst eher mit steigenden, bzw. gleich bleibenden Zinsen rechnet oder aber mit sinkenden Leitzinsen. Rechnet man damit dass die Zinsen auf Tagesgeld im Laufe der nächsten ein bis zwei Jahre sinken werden, so kann mit Festgeld eine höhere Rendite erzielt werden, da die Zinsen dort während der Laufzeit nicht angepasst, also abgesenkt werden können. Rechnet man dagegen eher mit steigenden Leitzinsen, so wird Tagesgeld wahrscheinlich eher die bessere Wahl sein, da man hier von den allgemein steigenden Zinsen profitieren kann. Auf jeden Fall sollte man sich immer bewusst sein, dass die Anlage in Festgeld buchstäblich fest liegt, eine vorzeitige Beendigung der Anlage ist möglich. In Festgeld sollten daher auch immer nur Gelder angelegt werden, auf die man während der gesamten Laufzeit definitiv verzichten kann, ein vorzeitiger Zugriff ist nicht möglich! Wie in der Geldanlage allgemein gültig fährt der sicherheitsbewusste Anleger mit einer Kombination aus beiden Anlageformen aber sicher man Besten, da er auf diesem Wege zumindest für einen Teil des Kapitals den derzeitigen Zinsstand sichert und mit dem anderen Teil von eventuell steigenden Zinsen profitieren kann und sich obendrein auch nicht zu sehr bindet, da auf das Tagesgeld bekanntlich jederzeit zugegriffen werden kann.

Zum Tagesgeld Vergleich

Zum Festgeld Vergleich

Eine Antwort zu „Tagesgeld oder Festgeld?“

  1. Strategien für Zinsanleger - geldpro.de sagt:

    [...] hat. Alternativ kann man auch auf die Umschichtungen verzichten und die Tagesgeldanlagen in Festgeldanlagen umwandeln. Allerdings ist das natürlich nur dann möglich, wenn man investierte Kapital [...]

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