Was Tagesgeld überhaupt ist, wurde ja im letzten Beitrag bereits geklärt. Nun stellt sich aber natürlich die Frage, wer sollte ein Tagesgeldkonto überhaupt nutzen und für wen lohnt es sich in Tagesgeld zu investieren? Oder genauer gesagt: Kann ein Tagesgeldkonto das altbewährte Sparbuch ersetzen?
Die Antwort ist eigentlich schnell gegeben: Ja! Ein Sparbuch ist nach wie vor eine sehr sichere Form der Geldanlage und gerade wenn es um eher geringe Summen geht, ist es auch sehr flexibel, denn der Kunde kann an jedem Geschäftstag zu seiner Bank oder Sparkasse gehen und sich Guthaben vom Sparbuch auszahlen lassen. Bei größeren Summen wird es dann allerdings schon wieder schwieriger, denn bei vielen Sparbüchern gibt es Kündigungsfristen und Höchstbeträge, die in einem gewissen Zeitraum, zum Beispiel einem Monat, abgehoben werden können. So ist es also möglich dass man an das dringend benötigte Ersparte nicht einfach in vollem Umfang heran kommt, ein Problem wenn man nicht damit rechnet und es wirklich dringend braucht.
Dies ist dann auch gleich der erste klare Vorteil eines Tagesgeldkontos, denn bei Tagesgeldkonten gibt es keine solchen Fristen für eine Kündigung oder Höchstbeträge für eine Abhebung. Von Abhebung kann bei einem Tagesgeldkonto allerdings nicht wirklich gesprochen werden, denn ein direktes Ein- und Auszahlen ist in der Regel nicht möglich. Vielmehr muss bei der Eröffnung des Kontos ein so genanntes Referenzkonto, für gewöhnlich das eigene Girokonto, angegeben werden. Transaktionen von und auf das Tagesgeldkonto können dann nur über dieses Referenzkonto erfolgen. Hieraus ergibt sich dann auch ein kleiner Nachteil des Tagesgeldes gegenüber einem Sparbuch. Da eine Überweisung vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto etwa genauso lange dauert wie eine Überweisung zwischen zwei Girokonten, kann es durchaus zwei bis drei Tage dauern, bis das Geld auf dem eigenen Girokonto verfügbar ist.
Der größte Vorteil des Tagesgeld ist aber natürlich die Rendite, die den eben genannten kleinen Nachteil mehr als ausgleichen sollte. Denn während ein Sparbuch nur in den wenigsten Fällen mehr als zwei Prozent Zinsen im Jahr einbringt, ist die Verzinsung bei einem guten Tagesgeldkonto mehr als doppelt so hoch. Vier Prozent Zinsen sind bei einem Tagesgeldkonto keine Seltenheit und die effektive Rendite kann mitunter sogar noch höher ausfallen, da Tagesgeld Zinsen bei vielen Banken nicht nur einmal im Jahr gutgeschrieben werden, sondern zum Teil sogar monatlich. Da also die erwirtschafteten Zinsen bereits nach einem Monat auf dem Tagesgeldkonto gutgeschrieben werden, können diese ihrerseits für den Rest des Jahres Zinsen erwirtschaften. Ein solcher Zinseszins-Effekt erhöht so also den am Jahresende erzielten Gewinn noch etwas.
April 3, 2008 um 9:59
[...] können entsprechende Investments auch sinnvoll sein – ganz im Gegenzug zu Deutschland, wo Sparbücher keine besonders attraktive Verzinsung [...]